Metal Camp en Revue - eine Woche Regen, Dixiegard und Socca im Rückblick
Da bin ich nun wieder, halbwegs erholt zurück in Wien nach einer Woche Metalcamp. Oder nicht ganz einer Woche, mehr sechs Tagen voll Regen, einer ab dem dritten Tag immer tieferen Matschschicht und erfreulichen Sonnenstunden, in denen sich dann doch noch der eine oder andere Sonnenbrand oder -Stich ausging.
Insgesamt fällt mein diesjähriges Metal Camp Gesamt-Fazit nicht so positiv und überschwänglich wie das letztjährige aus, allerdings hängt das stark mit persönlichen und personellen Versäumnissen zusammen, die nichts mit dem eigentlichen Konzert-Betrieb zu tun hatte. Denn dieser lief bei den wenigen Bands, die ich mir ansah, sehr gut bis brillant ab. Einzig und allein die etwas übereifrigen Techniker, die den Herren von Hollenthon vor der Nase herumliefen und dreist ihnen signalisierten sich bald von der Bühne zu entfernen - und das auf der Mainstage, passen da nicht ganz ins enorm gute Bild der Konzert-Organisation, Tontechnik und Sicherheitstechnik.
Was den Rest der Festivalorga anlangt muss ich hier einfach ein großes Lob aussprechen, da diese so gut war, wie seit 2 Jahren nicht - ganz Tolmin tanzte den Mosh, die Veranstalter reagierten so gut es ging auf die Sinflut und versuchten - zu mindestens auf der Hauptstraße - mit Trockenlegungsmaßnahmen der Versumpfung gegen zu steuern. Im Bereich der Second Stage, der Merch-Meile und der Hauptstraße zur Mainstage wurde eine richtige Straße geschottert und insgesamt mehr Baustellen-WCs aufgestellt. Kurzum: In einigen Bereichen hat die Orga dazu gelernt und ihre Erfahrungen zum letztjährigen Regenfall und Sturm sinnvoll umgesetzt. Vor allem ihre Bemühungen mit dem Stroh fruchteten anfänglich noch wirklich gut. Dass das Wetter dermaßen wenig mitspielen würde, wie es dann der Fall gewesen ist, konnte niemand im Vorfeld wissen.
Allerdings ist das auch mit ein Grund gewesen, wegen dem ich frühzeitig abgereist bin. Das und meine schlechte Stimmung, die ich natürlich teils selbst verschuldet hatte - den anderen Teil will ich hier nicht weiter erläutern. So habe ich "dank" meiner tollen Laune Legion of the Damned, Amon Amarth und Dimmu Borgir versäumt. Nightwish, weil ich sie verpennt habe. Allerdings bringt der ganze Ärger rückblickend nichts mehr, da ich ohnehin nicht länger bleiben hätte wollen. Ich hab mich vom Regen nieder kriegen lassen und wollte aus persönlichen Gründen nicht länger als notwendig in Tolmin bleiben. Da konnte mich auch nicht das sehr liebe Schlafplatz-Angebot von ein paar MC-Kollegen umstimmen.
Doch trotz allem bin ich mit den gesehen Performances sehr glücklich, wodurch der Ärger über die versäumten, nicht mehr ganz so groß ist. Nachfolgend kommen meine persönliche Eindrücke zu den Gigs, die ich gesehen habe.
Death Angel - Kannte ich bis zum Gig selbst nicht. Dank einem Freund, der sie mir empfohlen hatte, durfte ich diesem hochbegeisternden und lebendigem Gig beiwohnen.
Hollenthon - Konnten mich schon im letzten Oktober in Wien begeistern, am Metal Camp trafen sie jedoch tendentiel die bessere Songauswahl und konnten ihrer Musik noch einen Tick mehr Druck und Epik verpassen. Die Geschichte mit den penetranten Tontechnikern trübte zwar sichtlich den Spaß von Sänger Schirenc - und auch meinen - aber trotzdem spielte man überzeugend sein "Opus Magnum".
Testament - Habe ich nur kurz gesehen. Die Band konnte mich nicht wirklich begeistern, was aber zum Teil an der Vorfreude auf Blind Guardian gelegen habe dürfte.
Blind Guardian - Die Krefelder waren für mich der Gig des Metal Camps schlechthin, da von hinten bis vorne einfach alles stimmte. Tontechnik, Bühnenpräsenz, Songwahl, Stimmung und Herrn Kürschs neue Frisur - alles hinterließ bei mir einen sehr guten Eindruck. Im Vergleich zum müden Gig in Wien 2006 eine echte Wucht.
Carach Angren - Streng genommen neben Nightwish die einzige Band, die ich am Metal Camp UNBEDINGT sehen wollte und dann im Gegensatz zu Nightwish auch sah. Schon ihre Samples auf Mypsace waren ein echter Genuss und live waren sie gleich mal ganz andere Kaliber. Die Band spielt bei mir in einer Liga mit Dark Fortress, und das will was heißen. Begeisternder, verspielter Black Metal mit einem Touch Epik und Geistergeschichten führte zu einem tollen Cocktail aus Gänsehaut und Headbangen. Überraschenderweise konnte die Band eine hervorragende Abmischung ihres Sounds aufweisen - und das, obwohl fast niemand auf der Merch-Meile die Band kannte - mal von einer löblichen Ausnahme abgesehen.
Hiermit schließe ich meinen versprochenen Metal Camp Bericht. Möglicherweise werde ich noch Photos dazustellen, allerdings habe ich selbst keine geschossen.
Vielleicht liest das jemand hier und schreibt dann mir auch noch einen kleinen Kommentar mit seinem Senf dazu.
So long.
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